Altenfreundliche Quartiersentwicklung ist das Gebot der Stunde. „Community Care – Alt werden in Nachbarschaft“ heißt dies bei den Freunden alter Menschen. Seit 2014 initiiert und begleitet der Verein Freunde alter Menschen e. V. solch ein Community Care-Projekt in Hamburg Mitte. In Zusammenarbeit mit der Hanseatischen Baugenossenschaft Hamburg sollen Nachbarschaftsstrukturen etabliert, ausgebaut und gestärkt, sowie alte Menschen mit bedarfsgerechten Dienstleistern und Angeboten besser vernetzt werden.

Eine weitere zentrale Aktivität ist die Vermittlung von Besuchspartnerschaften. Hierbei geht es darum, junge Freiwillige (ehrenamtlich) und alte Menschen zusammenzubringen. Im Idealfall entwickelt sich eine echte Freundschaft, die bis zum Lebensende des alten Menschen andauert.

Zudem wird Unterstützung im Alltag durch Dienstleister, Initiativen und Vereine im direkten Wohnumfeld vermittelt. Dabei wird sich auch Zeit genommen für persönliche Bedürfnisse, Probleme und für Sorgen, Hoffnungen, Ängste und Wünsche.

Im Rahmen dieses Projektes finden auch Veranstaltungen und Ausflüge statt. In der Weihnachtszeit und am Heiligabend ist die Einsamkeit besonders deutlich spürbar. Unser Standort öffnet deshalb auch in der Weihnachtszeit seine Türen.

Das Besondere an unserer Arbeit

Mit unserem Projekt verfolgen wir einen generationsübergreifenden Ansatz. In diesem Projekt treffen Jung und Alt aufeinander. Die Begegnungen ermöglichen oft bei allen Beteiligten mehr Verständnis sowie neue Erkenntnisse und Sichtweisen für die jeweiligen Lebenssituationen des Anderen. So profitieren beide von der Begegnung. Wir bieten keine Dienstleistungen an, sondern versuchen dauerhafte Freundschaften zu schaffen, die auf gegenseitigem Respekt aufbauen.

Gesellschaftliche Bedeutung

Unsere Arbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn in unserer Gesellschaft leben immer mehr alte Menschen, die von Vereinsamung bedroht sind. Viele von ihnen haben Freunde und Verwandte überlebt und wohnen räumlich weit getrennt von ihren Kindern. Laut dem Deutschen Zentrum für Altersfragen sind 16 Prozent der über 85-Jährigen von Einsamkeit betroffen.

Die zunehmende Mobilität und der demographische Wandel, eine hohe Anzahl an Kinderlosen und Alleinlebenden werden sehr wahrscheinlich dazu führen, dass sich diese Situation weiter verschlechtern wird.

Die Auseinandersetzung mit Isolation und Einsamkeit im Alter muss stärkere gesellschaftliche Beachtung finden. Gerade auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels.
Jedoch kann man diese Herausforderung nicht an Dienstleister delegieren. Hier sind Gemeinwesen, Nachbarschaft und engagierte Mitbürger gefragt. Dafür wollen wir sensibilisieren und mit unserem Engagement ein Zeichen setzen.